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Datum: 06.10.2005
Swingende Reverenz an die alten Stars
Das fetzige Finest Jazz Ensemble vonHarald Bschorr stellt sich mit einer
CD vor
(lig). Neun Musiker, die sich dem Jazz verschrieben haben: Wie groß
die Bandbreite dieser Musikrichtung ist, zeigt das "Finest Jazz Ensemble"
auf seiner neuen CD. Bei einer Matinee im Pianohaus Hermes & Weger
boten sie einen fetzigen Eindruck davon. "Finest Jazz" ist das
neue Ensemble um Harald Bschorr, hervorgegangen aus der Formation "Brass
Pur", der erweiterten Besetzung des Augsburger Blechbläser Quintetts.
Wie bei den Vorgänger-Formationen rund um Bandleader Harald Bschorr
(Posaune, Gesang) besteht auch dieses durchwegs aus Profi-Musikern, wie
Frieder Held und Stefan Wiedemann (Trompeten), Harald Maier (Horn), Konrad
Sepp (Tuba) Markus Halder (Drums) und Marcus Langguth (Gitarre Banjo)
sowie Ludwig Leininger (Bass) und Bastian Walcher (Piano). Sie setzen
auf Evergreens und Jazz-Standards wie "Night Train" oder "In
the Mood" in sehr individuell auf die Musiker abgestimmten Arrangements,
die fast durchweg von Frieder Held stammen.
Dabei bekennt sich Finest Jazz zu den "alten Stars". Noch ruhig,
aber mit Swing begann der "Night Train", in der Fassung von
Oscar Peterson. Einen mitreißenden Hauch von Dixieland mit Soli
von Frieder Held und Stefan Wiedemann brachte "Down by the Riverside"
ein Hauch Südstaaten-Atmosphäre.
Sehr lyrisch begann das Spiritual "Amazing Grace" mit einem
Solo von Stefan Wiedemann. Ein weiterer Beweis, dass sich die Crew um
Harald Bschorr in allen Jazz-Stilarten wohlfühlt. Über eine
Modulation wurde aus dem Traditional ein schwungvolles Dixie-Stück
mit einem virtuos verblüffenden Tuba-Solo von Konrad Sepp, bevor
die Musiker gleichsam einen Dialog miteinander führten.
Südamerikanisch anmutendes Temperament prägte die Stücke
"Tico Tico" und "Oye Como Va". Für die CD holte
sich das Finest Jazz Ensemble noch den Vibraphonisten Wolfgang Lackerschmid
mit ins Boot, der an diesem Instrument und mit Marimba zusätzliche
"brasilianische" Atmosphäre schafft. Lyrisch-einschmeichelnd
war der "gestopfte" Sound bei "The Shadow of Your Smile".
Als Gast bescherte Andreas Segmüller den Zuhörern ein zungenbrecherisch
gesungenes "Minnie the Moocher". Außergewöhnlich
klang das von Glenn Miller unsterblich gemachte Stück "In the
Mood" mit Klavier. Hier kosteten die Musiker die tiefen Töne
aus, beim Konzert unterstützt von Schlagzeuger Hubert Malik.
Verblüffend sind sowohl live als auch auf CD das harmonische Zusammenspiel
und der ausgewogene Klang, den das Ensemble bringt. Das Publikum jubelte.
Eine gelungene Präsentation für eine CD-Neuerscheinung.
zz-info
zz-infoTxtFinest Jazz Ensemble, Based on Swing, CD 840205.
www.finest-jazz.de, kontakt@finest-jazz.de
Eine neue Profi-Formation unter Harald Bschorr: das Finest Jazz Ensemble.
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Geeignetes Podium für besten Jazz
"Finest Jazz Ensemble" begeistert im Ochsenzwinger
(B/H). Seinem Bandnamen alle Ehre machte am Samstagabend das "Finest
Jazz Ensemble" bei einem Konzert innerhalb der Einweihungswoche des
Nördlinger Ochsenzwingers. Die acht Herren aus dem Augsburger Raum
boten in ihren dunklen Anzügen nicht nur ein "feines" Erscheinungsbild,
auch dem Ohr boten sie swingenden Traditional Jazz vom Feinsten.
Interessant und zugleich ungewöhnlich schon die Besetzung mit fünf
Blechbläsern in der Front Section: zwei Trompeten, Posaune, Horn
und Tuba. Der Kenner denkt hier zunächst eher an ein klassisches
Blechbläserquintett. Und genau aus einem solchen, nämlich dem
"Augsburger Blechbläserquintett" ist die Formation ursprünglich
hervorgegangen.
Viel Abwechslung
Erweitert mit einer dreiköpfigen Rhythmusgruppe (der Gitarrist war
erkrankt) präsentierte das Ensemble ein buntes Programm mit bekannten
und beliebten Jazz-Traditionals. Stücke aus der Frühzeit des
Jazz, der New Orleans Ära, (zum Beispiel "Alexanders Ragtime
Band" oder "Down by the Riverside") wechselten ab mit Bluesnummern
("Tin Roof Blues"), Titeln aus der Chicago-Ära mit ihrem
wichtigsten Vertreter Louis Armstrong ("West End Blues"), Boogie
Woogie und Swing-Klassikern á la Benny Goodman ("Sing Sing
Sing") oder Glenn Miller ("In the Mood").
Dargeboten wurden die Titel in raffinierten und pfiffigen Arrangements,
die die beiden Trompeter Stefan Wiedemann und Frieder Held ihren Bläserkollegen
Harald Bschorr (Posaune), Harald Mair (Horn) und Konrad Sepp (Tuba) buchstäblich
auf die Lippen schreiben.
Auch die Vortragsweise erwies sich durchgehend als "finest":
Sowohl im Satz, bei den Soli oder bei eingestreuten Riffs und Stomps überzeugten
vor allem die Tonkultur und die fein abgestufte Dynamik der Bläser.
Darüber hinaus wurden immer wieder Dämpfer eingesetzt oder mit
ungewöhnlichem Instrumentarium gearbeitet, so zum Beispiel durch
Frieder Held, der auf der Piccolotrompete meisterlich die hohen, verzierungsreichen
Partien der sonst üblichen Klarinette imitierte. Spätestens
bei Webers berühmten Jägerchor, der sich auf witzige Weise mit
Duke Ellingtons "It don´t mean a thing" mischte, war auch
klar, dass das Horn in dieser Band nicht fehlen darf.
Den eigentlichen Grund-Swing bei den Titeln lieferten aber Bastian Walcher
(Piano), Ludwig Leininger (Bass) und Hubert Malik (Drums) eine souveräne
Rhythmusgruppe, die das Publikum immer wieder mitriss. Damit aber nicht
genug: Das Ensemble hatte noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: Am
Ende der beiden Sets holten sie den Sänger Andi Segmüller auf
die Bühne. Der begeisterte die Zuhörer mit Interpretationen
von "Caledonia" oder "Minnie the Moocher".
Die Ochsenzwinger-Halle erwies sich mit ihrem gelungenen und lockeren
Ambiente und ihrer Akustik, die weitgehend unverstärkter Musik, wie
der des "Finest Jazz Ensemble", sehr entgegenkommt, als geeignetes
Jazz-Podium. Nach Auskunft des Veranstalters, des Nördlinger Kulturforums,
wird es also in Zukunft öfters einmal heißen: "Jazz im
Ochsenzwinger".
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Neuer Swing mit viel Gefühl
Finest Jazz Ensemble geht gerne ungewöhnliche musikalische
Wege
Von unserer Mitarbeiterin Petra-Sabina Herrmann
Friedberg
Mit rhythmischem Jazz auf hohem Niveau verwöhnte das Finest Jazz
Ensemble im Restaurant Heckenstaller in Friedberg. Werke von Swing-Größen
wie Duke Ellington und Glenn Miller gab es ebenso zu hören wie eigene
Kompositionen der Künstler. Wobei Hören allein nicht genügte.
"Swing ist Musik, deren Bedeutung im Gefühl liegt", sagte
Harald Bschorr.
Der Solo-Posaunist der Nürnberger Philharmoniker sorgte für
eine gepflegte Moderation mit viel Humor und noch mehr Information aus
der swingenden Ära. "Sixteen Tenth" riss das begeisterte
Publikum im Sitzen zum Mittanzen hin. Fingerschnippen, Wippen, Mitsummen
und Mitklatschen begleiteten den unverwechselbaren Klang.
"Nur eigentlich traditionell" nannten die neunköpfigen
Profimusiker ihre spannungsgeladene Begegnung von "rhythm and brass".
Dabei ist das eigentlich Ausgefallene an der Gruppe ihr "musikalisches
feeling" für die Kombination von Swing mit heimatlichen Klängen.
Eine Rarität aus Österreich, das "Hofkonzert im Hinterhaus",
besser bekannt als "Organ Grinder Swing", fand im ausgearbeiteten
Klangkörper musikalische Vollendung. "He Ho, spann den Wagen
an", ging eine gelungene Kombination mit den Klängen von "Take
Five" ein.
Da swingt sogar Bach
Seit 1984 besteht die Grundformation der Band. "Wir wollen aufgeschlossen
sein und immer neue Wege gehen", meinte Bandleader Wiedemann, der
seinem Team ganz demokratisch immer wieder neue Vorschläge von möglichen
musikalischen Verbindungen macht. Da swingte sogar Kirchenmusik des ehrwürdigen
Bach.
Den musikalischen Seiltanz schafft die Gruppe immer wieder mühelos.
So spielte die kleine Combo einen Song, der ursprünglich für
die Big Band-Besetzung gedacht war. Randbereiche des Jazz, wie Latin und
Dixie, darunter das allseits bekannte "Oye como va" machten
es den Zuhörern schwer, auf ihren Plätzen sitzen zu bleiben.
Bekannte Stücke in neuen Arrangements waren den Solisten auf den
Leib geschrieben. Statt Klarinette erscholl die Trompete, statt Tuba im
Hintergrund bekam das Instrument ein Solo. Als Ergebnis ging der individuelle
Stil hörbar unter die Haut.
Überrascht wurden die Gäste im Café Restaurant Heckenstaller
außerdem wieder von den kulinarischen Köstlichkeiten. Unerwartete
Finessen hatte sich Peter Heckenstaller einfallen lassen. In seiner Reihe
"Kultur und Kulinarisch" sind im März Showtänzer der
Tanzschule Trautz an der Reihe. Tischreservierungen werden bereits entgegengenommen.
Das Finest Jazz Ensemble bot rhythmischen Swing im Café Restaurant
Heckenstaller in Friedberg.
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